#100 Corona und die Jubiläen

Jubiläen sind zur Zeit – zumindest in Zusammenhang mit Corona – eher negativ besetzt. Ich erinnere mich genau an den 9. März 2020. Niemand wusste, was da wirklich auf uns zukommt, es wurde bereits der Skitag unserer Tochter, der vier Tage später stattfinden sollte, abgesagt und unsere jüngste Tochter besuchte bereits ab Mittwoch die Spielgruppe nicht mehr. Bei einem Geburtstagsfest lag schon in der Luft, ob man sich denn überhaupt noch umarmen darf. Es sollten komische Zeiten auf uns zukommen.

Ich schreibe nun Corona-Blog-Beitrag #100 und die Themen gehen nicht aus. Und wirklich erschreckend finde ich, dass man nach einem Jahr mehr Wissen nicht wirklich viel dazu gelernt hat:

Das Datenchaos hält weiter an, Kontakt-Tracing funktioniert immer noch holprig, Datenerfassung und Datenzusammenführung scheinen technisch nicht möglich sein. Und das obwohl der Hype um die Datenschutzverordnung ziemlich abgeflacht ist. Freizügig werden Kontaktdaten zur Verfügung gestellt, Apps heruntergeladen, medizinische Daten offen gelegt, im Gasthaus wird der Registrierungszettel mit den persönlichen Daten einfach liegen gelassen und dem Frisör wird der persönliche Gesundheitsstatus unaufgefordert mitgeteilt.

Versprochene FFP2 Masken für über 65-jährige Personen sind ebenso wenig angekommen wie die Gratis-Tests in den Apotheken.

Den Wettbewerb „wer es schafft am meisten (kuriose) Verordnungen pro Woche zu erlassen“ scheint Österreich zu gewinnen, den Überblick über die Anzahl an Pressekonferenzen und angekündigte Pressekonferenzen haben wir wohl alle schon verloren.

Expertinnen und Experten geben sich Klinke in die Hand, die Demokratie und das Rechtsystem werden meist mit Füßen getreten, der Verfassungsgerichtshof hat alle Hände voll damit zu tun, die Verordnungen wieder aufzuheben, die Liste der Kuriositäten bei den Erlässen und Verordnungen wird immer länger und der Gesundheitsminister bzw. dessen Büro beantwortet schon lange keine Anfragen und offenen Briefe mehr.

Kilmaschutz und Flüchtlingskrise sind in den Hintergrund gerückt, Plastikmüll erlebt seine Hochkonjunktur, Polit-Skandale werden flach gehalten oder unter den Corona-Teppich gekehrt.

Unser Alltag wird von „Corona“ bestimmt, Wochenend-Tripps sind so weit weg wie eine Reise zum Mond, unsere Freizeitprogramm begrenzt sich auf Skifahren (noch!), spazieren gehen und „Mensch ärgere dich nicht“ spielen. Freunde treffen wir heimlich, über die Grenze fahren wir illegal und geplant wird höchstens noch der nächste Tag.

Tolles Jubiläum!

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