#1 Corona und die Jahrzehnte

Eine der erschreckendsten Erkenntnis der Corona-Krise ist, wie träge unser Staat funktioniert. Jeder private Unternehmer wäre längst pleite, würde er in dieser Stümperhaftigkeit Entscheidungen treffen und in dieser Trägheit bzw. diesem Tempo arbeiten. Oder muss es als „normal“ hingenommen werden, dass die Umsetzung eines digitalen Impfpasses 22 Jahre dauert (ZiB vom 4.1.2021)? In Anbetracht der rasanten Entwicklung der Technik wird wohl ein ähnliches Produkt zum Leben erweckt, wie das veraltete „Kaufhaus Österreich“. Ist es normal, dass die Adaptierung der Schul- und Lehrpläne (Stichwort Bildungsinnovationsgesetz) 10 Jahre dauert („Der Standard“ Gespräch mit BM Fassmann und Autorin Melisa Erkurt vom 27. August 2020)? Kann hier tatsächlich noch auf gesellschaftliche Gegebenheiten reagiert werden? Gesellschaftsstrukturen, Kinderbetreuungsbedarf, Familiensysteme etc. verändern sich ständig und gehen Hand in Hand mit den Angeboten. Konkret bedeutet das, dass das Bildungsinnovationsgesetz mir und meiner Familie gar nichts bringt, denn bis es umgesetzt ist, haben unsere Kinder (4, 9, 11 Jahre) die Grundschule bereits abgeschlossen. Ich muss mir aktuell also weiterhin selbst organisieren, wie ich Familie und Job unter einen Hut bringe. Für meine Kinder wird das System vermutlich wieder veraltet sein und wer weiß, vielleicht haben sie bis dahin schon wieder ganz andere Anforderungen ans System? Trägheit lähmt.

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